Aus der Proklamation des Generals v. Trotha an die Herero vom 2.
Oktober 1904: Innerhalb der deutschen Grenzen wird jeder Herero mit oder
ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen. Ich nehme keine Weiber und
Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volk zurück oder lasse auf sie
schießen. Das sind meine Worte an das Volk der Herero. Der große General
des mächtigen deutschen Kaisers (Conrad R. Rust, Krieg und Frieden,
Leipzig 1905, S. 385)
Von ehemals etwa 80 000 Herero überlebten 15 130.
Uwe Timm: Morenga
"Über den dichterischen Wert des "Sterbenden Cato" [nämlich eher
keinen] gibt es seit langem keine Diskussion mehr. [...] Ja, meine
persönlichen Ansprüche an ein Drama sind der Art, daß ich die erste
deutsche Tragödie der neuen Schaubühnen- und Literaturepoche nicht
einmal durchweg ernst zu nehmen vermag [RTeichel]." aus dem Nachwort S.
138
Johann Christoph Gottsched: Sterbender Cato (1731/32)
"Sie
besorgte nicht unbillig, daß es schwer sein würde, einen jungen Helden,
der durch so seltene Talente und Tugenden zu den edelsten Auftritten
des geschäftigen Lebens bestimmt schien, immer in den Blumen-Fesseln der
Liebe und eines wollüstigen Müßiggangs gefangen zu halten." (S. 292,
21-26)
65. Christoph Martin Wieland: Geschichte des Agathon
Herausgegeben von Klaus Manger
© Deutscher Klassiker Verlag, Berlin
2010
Umschlag-Abbildung: Christoph Martin Wieland (1733-1813).
Ölgemälde von Georg Oswald May, 1779.
Original: Wieland-Museum Biberach.
"Zu viele Leute hielten ihre Gewohnheiten für Grundregeln der Welt." (S. 247)
Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt
"Die frühe Neuzeit wird von zwei philosophischen Riesen beherrscht,
vom einen an ihrem Beginn und dem anderen an ihrem Ende: Descartes und
Kant. Decartes stand in der Rebellion gegen Aristoteles an vorderster
Front. In der Metaphysik verwarf er die Begriffe der Möglichkeit und
Wirklichkeit, und in der philosophischen Psychologie ersetzte er als
Merkmal des Geistigen die Vernunft durch das Bewusstsein. Hobbes und
Locke gründeten als Reaktion auf den kartesianischen Rationalism
us
eine Schule des britischen Empirismus, doch die Grundannahmen, die sie
mit Descartes teilten, waren wichtiger als die Punkte, in denen sie sich
von ihm unterschieden. Es bedurfte des Genies von Kant, in der
Erkenntnistheorie die verschiedenen Beiträge der Sinne und des
Verstandes, die von den Empiristen und Rationalisten getrennt und
verzerrt worden waren, wieder zusammenzuführen." (Einführung, S. 11)
Anthony Kenny: Geschichte der abendländischen Philosophie - Neuzeit
"Der Sinn einer Rückkehr zu Freud, das ist eine Rückkehr zum Sinn
Freuds. Und der Sinn dessen, was Freud gesagt hat, kann jedem vermittelt
werden, denn wenn er sich auch an alle richtet, so wird doch jeder
Einzelne sich dafür interessieren: Ein Wort genügt, um das spürbar zu
machen: Die Entdeckung Freuds stellt die Wahrheit infrage, und es gibt
niemanden, der nicht persönlich von der Wahrheit betroffen wäre." (S.16)
Jacques Lacan: Das Freud'sche Ding oder Der Sinn einer Rückkehr zu Freud in der Psychoanalyse
"Wer von "apokryphen Kindheitsevangelien" spricht, hebt diese als nicht-kanonische Schriften zunächst einmal von den Evangelien des Neuen Testaments ab: Es handelt sich um Schriften, die später entstanden sind als die des Neuen Testaments, und sie werden nicht dem Kanon der heiligen Schriften der Christenheit zugerechnet. Dennoch haben diese Schriften einen ähnlichen Charakter wie die des Neuen Testaments, sie ahmen sie gewissermaßen nach." (Zitat: Einleitung, S. 7)
Apokryphe Kindheitsevangelien
"Mein Reduktionismus in Bezug auf den Geist gründet in einem
Reduktionismus a priori in Bezug auf alles. Diese Welt besteht wie jede
mögliche Welt aus Dingen, die fundamentale Eigenschaften und in Paaren,
Tripeln usw. fundamentale Relationen instanziieren. Nur wenige
Eigenschaften sind fundamental: die Eigenschaft eine Suppe, Puppe oder
Truppe zu sein stellt zum Beispiel eine unnatürliche und willkürliche
Grenzziehung dar, eine Bedingung, die von verschiedenartigen Dingen auf
verschiedenartige Weisen erfüllt wird." (S. 11)
David Lewis: Materialismus und Bewusstsein
"Solang ich es nicht weiß, bin ich totz aller guten Vorsätze, doch
immer ein Opfer meiner Vorstellungen. Erzähle mir das Wirkliche. Die
Wirklichkeit kann mich nicht so quälen, wie meine Phantasie." (Effi zu
Geert, S. 97, 9-13)
60. Theodor Fontane: Effi Briest
"Da konnte ich nun nichts Bessers tun, als mir meine poetisch tolle Nacht in klare langweilige Prosa übersetzen, und ich brachte das Leben des Wahnsinnigen recht motiviert und vernünftig zu Papiere, und ließ es zur Lust und Ergötzlichkeit der gescheuten Tagwandler abdrucken." (S.41)
Bonaventura (E.A.F. Klingemann): Nachtwachen
1805
"Ein geordneter, auf Vollkommenheit zielender Vorgang kann von Natur aus [ich erspare euch an dieser Stelle die altgriechische Schreibung] vor sich gehen, also dem natürlichen Geschehensablauf entsprechen (z.B. das Wachsen eines Baumes). Entspricht er nicht dem natürlichen Geschehensablauf, so kann er durch Zufall [siehe eckige Klammer oben] oder durch eine von einem vernüftigen Wesen (Mensch) planvoll ins Werk gesetzte Handlung [siehe eckige Klammer oben] zustandekommen." - Zitat I. Die artes im allgemeinen (§§ 1-11)
Natürlich habe ich die rund 1000 Seiten nicht alle gelesen; aber nach einem Jahr beständiger Arbeit mit diesem Wälzer verbuche ich ihn jetzt unter gelesen, dient er ja von nun auch als Nachschlagewerk in meiner Handbibliothek
Heinrich Lausberg: Handbuch der literarischen Rhetorik
"Werde Schreiber. Das rettet dich vor Abgaben, es schützt dich vor
jeder körperlichen Arbeit, es trennt dich von der (Arbeit mit der) Hacke
und dem xnx-Gerät. Du musst keinen Korb tragen und nicht das Ruder
bedienen." - Papyrus Sallier I, 6, 10-11; 19. Dynastie 1292-1186 v.
Chr.)
Sabine Kubisch: Das alte Ägypten
"Zwischen dem Niedergang der Mykenischen Kultur und dem Ende des
Ptolemäerreiches spielte sich eine bewegte Geschichte ab: von der
Entstehung der Stadtstaaten über die Feldzüge Alexanders des Großen bis
zur Eroberung der griechischen Welt durch die Römer." - Seite 13
56. Rainer Vollkommer: Das antike Griechenland
"Im Zuge dieser Auslagrung nationaler Grenzen an die Ränder der EU
wurde das Asylrecht drastisch reduziert und Migration zunehmend - zumal
seit den Terroranschlägen des Jahres 2001 - als Bedrohungsszenario der
"inneren Sicherheit" dargestellt und skandalisiert. Migrations und
Grenzpolitik wurden damit einem Sicherheitsdispositiv unterstellt (vgl.
Walters 2004), das den Tod und die Illegalisierung von Menschen an den
Grenzen Europas als "Kollateralschaden" implizit einkalkuliert." -
Einleitung zur 2. erweiterten Auflage 2013
Corad, Sebastian; Randeria, Shalini; Römhild, Regina (Hg): Jenseits des Eurozentrismus
"Es waren noch nicht zwei oder drei Tage vergangen, so begab ich mich
zum Dichter Homer, als wir beide Zeit hatten, und fragte ihn unter
anderem auch, woher er sei, wobei ich bemerkte, daß bei uns die Frage
bis jetzt noch lebhaft erörtert werde. Er erwiderte, er wisse sehr wohl,
daß einige ihn für einen Chier halten, andere für einen Smyrnäer, viele
für einen Kolophonier; er behauptete jedoch, ein Babylonier zu sein und
bei seinen Mitbürgern nicht Homer, sondern Tigranes zu heißen."
(Lukian; S. 339)
Raoul Schrott: Homers Heimat
(c) 2008 Carl Hanser Verlag München
"Endlich wandten die drei Gefährten sich fort, und ohne sich ein
einziges Mal umzusehen, ritten sie langsam heimwärts. Sie redeten kein
Wort, bis sie wieder ins Auenland kamen; doch jedem waren seine Freunde
ein starker Trost auf dem langen grauen Weg." - Seite 377
J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe
- Band 3
- Die Wiederkehr des Königs
"Man darf aber nicht mit jedem disputieren und sich nicht mit dem
ersten besten einlassen; denn je nachdem der Gegner ist, kann aus den
Disputationen nichts Rechtes werden. Wollte man einen Widerpart, der um
jeden Preis den Schein behaupten will, daß ihm nicht beizukommen sei, um
jeden Preis matt stellen, so wäre das zwar gerecht, aber man würde sich
selbst vergeben. Deshalb darf man nicht leichthin mit jedwedem
anbinden. Denn da kann nichts herauskommen als böses Gerede." (164 b)
Aristoteles: Philosophische Schriften Band 2:
Topik
Sophistische Widerlegungen
"Ich
übernehme es, alle, die Cechov kritisieren, umzubringen - diese
stumpfsinnigen, großmäuligen, schimmelbedeckten Kunstkenner. Um Cechov
zu verstehen, muß man ganz einfach ein anständiger Mensch sein." Maxim
Gorki
Anton Cechov: Ende gut
"Leider
dauerte unser Idylle nicht viel länger als diesen Augenblick, denn ehe
ich noch überlegen kann, ob ich ihr den Thunfischsalat seviere, den ich
die letzten drei Jahre lang für eine besonderen Gelegenheit im
Lebensmittelkompressor aufbewahrt habe, oder sogar die allerletzte Dose
mit Krabben aufmachen soll, weil das Leben ja nicht ewig währt....."(
Seite 56)
50. T. C. Boyle: Ein Freund der Erde
"Die
Eroberung von Ländern mit ganz unterschiedlicher Geschichte und eigenen
politischen und sozialen Lebensformen forderte von Rom vielfältige
militärische, politische und mentale Fähigkeiten. Die Dauer der
errungenen Herrschaft zu sichern, verlangte nur die Eignung, die Eliten
der Unterworfenen davon zu überzeugen, dass es ihrem und dem Glück ihrer
Städte und Völker nützt, das Spruchrecht des römischen Siegers
anzuerkennen."
(S. 332)
Werner Dahlheim: Augustus
"Das
vorliegende Buch ist das Ergebnis einer mehr als 30jährigen
Beschäftigung mit der Welt des Islam, seiner Religion, seiner Kultur.
Das Verhältnis des Autors zu seinem Gegenstand setzt sich zusammen aus
Sympathie, ja Begeisterung, aber auch kritischer Distanz, - eine
Gespaltenheit, wie sie im übrigen wohl jeder gebildete Europäer längst
auch angesichts seiner eigneen Religion und Kultur empfindet." (im
Vorwort)
Johann Christoph Bürgel: Allmacht und Mächtigkeit
"Ich
höre, Sie schreiben neben Ihrem Physikstudium Gedichte. Wie können Sie
das nur beides nebeneinander tun? In der Wissenschaft versucht man
etwas, das niemand zuvor wusste, auf eine Weise zu sagen, die jeder
versteht. In der Dichtung verhält es sich gerade umgekehrt!" Paul Dirac,
S. 103
John D. Barrow: Das Buch der Universen
"Ja, ich will Ihnen entdecken, Miß, daß Sie mich hassen werden, daß
Sie mich hassen müssen. - Sie sollen den Ihnhalt nicht erfahren: nein
von mir nicht! - Aber Sie werden ihn erfahren - Sie werden - "
Gotthold Ephraim Lessing: Miß Sara Sampson
Ein bürgerliches Trauerspiel in fünf Aufzügen
Berlin 1755
"'Siehe,
du hast Lust zur Wahrheit, denn wer sie tut, kommt ans Licht.' Ich will
sie tun, in meinem Herzen, indem ich vor dir mein Bekenntnis ablege,
aber auch mit meinem Griffel vor vielen Zeugen."
45. Aurelius Augustinus: Bekenntnisse
Wagner in einem Brief an Maler Müller:
Meiner Kindermörderin
haben sie in Berlin eben die Ehre angethan, die Stephanie dem Macbeth
anthat; haben sie verstümmelt, verhunzt, eigenen Koth hineingeschissen. -
In Augsburg soll ihr das nemliche Schicksal für das Münchener Theater
bevorstehen. Meinetwegen!
44. Heinrich Leopold Wagner: Die Kindermörderin
Ein Trauerspiel
1776
Karl
August Böttiger, Weimars eifrigste 'Fama', berichtet am 27.7.1795 an
einen Briefpartner nach der Veröffentlichung in den Horen, einer
Zeitschrift:
"Es brennt eine genialische Dichterglut darinnen,
und sie stehen in unserer Literatur einzig. Aber alle ehrbaren Frauen
sind empört über die bordellmäßige Nackheit. Herder sagte sehr schön, er
habe der Frechheit ein kaiserliches Insigel aufgedrückt. Die 'Horen'
müßten nun mit dem u gedruckt werden."
Johann Wolfgang Goethe: Römische Elegien und Venezianische Epigramme
Des Prophyrius Einleitung in die Kategorien;
Kategorien;
Lehre vom Satz;
Lehre vom Schluss oder Erste Analytik;
Lehre vom Beweis oder Zweite Analytik
Aristoteles: Philosophische Schriften - Band 1
Felix Meiner Verlag
"Was
von allein zu funktionieren scheint, wird von Wissenschaftlern
durchleuchtet und kritisch hinterfragt. Das ist in Natur- und
Sozialwissenschaften so, aber auch in Sprach- und
Literaturwissenschaften. Warum? Diese kindliche Frage ist der Motor von
Wissenschaft überhaupt. Neugierig schaut man hinter die Kulissen: Was
läuft da ab? Wieso? Könnte das auch anders gehen? Kann man davon etwas
abgucken oder verbessern?" - Zitat Seite 6
Udo Friedrich, Martin Huber, Ulrich Schmitz: Orientierungskurs Germanistik
"Es
war so: beim Brasilianer lachten unentwegt die Papageien; ich hörte sie
über die Gartenmauer hinweg, wenn ich auf der Leiter stand, meine
Orangen pflückte und sie in den großen Korb aus Palmenholz warf; von
Zeit zu Zeit spürte ich in meinem Rücken die Blicke der drei Katzen, die
jede für sich auf einen Mandelbaum geklettert waren, was sagten sie
mir? Keine Ahnung, ich verstand sie nicht. Noch weiter hinten gab mein
Frau den Fischen im Teich zu fressen: so wurden wir alt, sie und ich,
die Fische und die Katzen, aber meine Frau und die Fische, was sagten
sie mir? Keine Ahnung, ich verstand sie nicht, " - Seite 9
40. Evelio Rosero: Zwischen den Fronten
"Nein,
du hast es sicher nur vergessen - das einzige, was du mir nicht gesagt
hast. Gewiß mußt du es doch wissen? Schau, ich bin ein alter Mann! Ich
frage mit dem Haupt zwischen deinen Füßen, o Springquell der Weisheit.
Wir wissen, daß Er den Bogen spannte! Wir wissen, daß der Pfeil fiel!
Wir wissen, daß das Wasser schwoll! Wo also ist der Fluß? Mein Traum
hieß mich ihn finden. Deshalb kam ich. Nun bin ich hier. Aber wo ist der
Fluß?" - Seite 19
Rudyard Kipling: Kim
"Die
großen Türflügel schlugen zu. Bums! Innen fielen eiserne Riegel ins
Schloss. Schnapp! Die Tür war zu. Sam warf sich gegen die Metallplatten
und sank besinnungslos zu Boden. Er lag draußen in der Dunkelheit. Frodo
war am Leben, aber vom Feind gefangen. Hier endet der zweite Teil der
Geschichte des Ringkrieges." (Seite 441)
J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe
Band 2
Die zwei Türme
"Worüber
ich und du jeder eine lange Rede gehalten haben, ich behauptend, die
Tugend sei nicht lehrbar, du, sie sei lehrbar. Und der jetzige Ausgang
unseres Gesprächs scheint mir ordentlich wie ein Mensch uns anzuklagen
und auszulachen und, wenn er reden könnte, sagen zu wollen: Ihr seid
wunderliche Leute, Sokrates und Protagoras!" - 361 a
Platon: Sämtliche Werke - Band 1
"Die
Untersuchung über die Prinzipien der Moral (1751) stellt Humes reifste
Diskussion moralischer Probleme dar und - so er selbst - das
"unvergleichlich beste" aller seiner Werke." Klappentext
David Hume: Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral
"Seit langem klagt um ihn das Lied,
doch niemand weiß, wohin er schied.
Sein Glanz erlosch, sein Stern ward blind
In Mordor, wo die Schatten sind." S. 247
35. J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe - Band 1 Die Gefährten
"Tonio
sprach nicht. Er empfand Schmerz. Indem er seine etwas schräg stehenden
Brauen zusammenzog und die Lippen zum Pfeifen gerundet hielt, blickte
er seitwärts geneigten Kopfes ins Weite. Diese Haltung und Miene war ihm
eigentümlich." S. 21
Thomas Mann: Tonio Kröger und andere Erzählungen
"Es
war eine Nacht der Träume. Ich spielte Rollen, eine nach der anderen,
als Gegenspielerin von Saul, der seine Rolle spielte. Es war wie in
einem Stück, dessen Worte sich ständig veränderten, so als hätte ein
Autor dasselbe Stück immer und immer wieder geschrieben, |765 aber jedes
Mal ein bisschen anders." S. 764/765
Doris Lessing: Das goldene Notizbuch
"ICH,
AUSGETAUSCHT GEGEN MICH, bin Jahr für Jahr dabeigewesen. Nicht immer in
vorderster Linie, denn da alleweil Krieg war, zog sich unsereins gerne
in die Etappe zurück. Anfangs jedoch, als es gegen die Chinesen ging,
stand ich zuvorderst im mittleren Block." S. 7
Günter Grass: Mein Jahrhundert
"Kaineus
war früher eine Frau; nachdem Poseidon mit ihr geschlafen hatte, bat
sie sich aus, ein unverwundbarer Mann zu werden; so trotzte er auch im
Kampf gegen die Kentauren den Wunden und tötete viele Kentauren. Die
übrigen aber umzingelten ihn, schlugen ihn mit Tannen nieder und
vergruben ihn in der Erde." S.121
30. Apollodoros: Götter und Helden der Griechen
"Die Absicht der Verfasser war, nicht nur ein Nachschlagewerk zu schaffen, sondern ein Lesebuch, das die einzelnen Geschichten in ihren erzählerischen Zusammenhang hineinstellt und damit einen Überblick über die großen literarischen Erzählstoffe gibt, was darüberhinaus eine fortlaufende und unterhaltsame Lektüre erlaubt." - Vorwort, Seite VI
"Noch
während sie ihrer plötzlichen Regung nachgab, verwunderte sich Mrs.
Wilkins, die Schüchterne und Zögernde, daß sie, statt wie vorgesehen
weiter Richtung Garderobe zu gehen und von dort zu Shoolbred's, um Fisch
für Mellersh aufzutreiben, am Tisch stehenblieb und sich direkt Mrs.
Arbuthnot gegenüber hinsetzte, mit der sie noch nie im Leben ein Wort
gesprochen hatte." S. 11
Elizabeth von Arnim: Verzauberter April
"Da
der Pragmatismus die einzige bisher erschienene Philosophie ist, welche
grundsätzlich den Menschen als handelndes Wesen sieht, so ist seine
Auffassung zunächst einmal jeder anderen vorzuziehen." - Arnold Gehlen
William James: Der Pragmatismus
Erst
nahm sie einen goldenen Schleier vom Haupte, und ein langes schwarzes
Haar floß in geringelter Fülle bis über die Hüften hinab; dann löste sie
das Gewand des Busens, und der Jüngling vergaß sich und die Welt im
Anschauen der überirdischen Schönheit. Er wagte kaum zu atmen, als sie
nach und nach alle Hüllen löste; nackt schritt sie endlich im Saale auf
und nieder, und ihre schweren schwebenden Locken bildeten um sie her ein
dunkel wogendes Meer, aus dem wie Marmor die glänzenden Formen des
reinen Leibes abwechselnd hervorstrahlten. - aus: "Der Runenberg".
Ludwig Tieck: Der gestiefelte Kater - Märchen aus dem "Phantasus"
"Natürlich
schäme ich mich für meine Feigheit. Ich weiß nicht, ob es nötig war,
Vivianne zu quälen. aber meinen Vater zu sehen, heute jedenfalls, ist
eine Notwendigkeit für mich. Als wir die Straße erreichen, wiegen meine
Schuhe so schwer, als watete ich durch Sand." (Seite 108)