"Der spezifische Gegenstand dieser Untersuchung ist die Erzählung in A
la recherche du temps perdu. Diese nähere Bestimmung verlangt sogleich
zwei Bemerkungen unterschiedlichen Gewichts. Die erste betrifft die
Definition des Corpus: Jeder weiß heute, dass die Recherche, als deren
kanonischer Text seit 1954 die Ausgabe Clarac-Ferré gilt1, nur der
letzte Zustand eines Werks ist, an dem Proust sozusagen sein Leben lang
gearbeitet hat und dessen frühere Fassungen sich im Wesentli
chen
verteilen auf Les plaisirs et les jours (1896), Pastiches et mélanges
(1919), die verschiedenen posthumen Sammlungen oder Inedita mit den
Titeln Chroniques (1927), Jean Santeuil (1952) und Contre Sainte-Beuve
(1954)2 sowie die etwa 80 Cahiers, die sich seit 1962 in der
Handschriftenabteilung der Bibliothèque nationale befinden." (Vorwort)
1 A.d.Ü.: Mittlerweile abgelöst durch die neue Pléiadeausgabe in 4
Bänden, Paris 1987-1989. Zitiert wird aber hier, wie im Original, nach
der Ausgabe Clarac-Ferré.
2 Die angegebenen Daten sind die der
Erstveröffentlichun-gen, aber wir zitieren natürlich nach der
zweibändigen Ausga-be Clarac-Sandre (Jean Santeuil précédé de Les
plaisirs et les jours; Contre Sainte-Beuve précédé de Pastiches et
mélanges et suivi de Essais et articles), Paris 1971, die zahlreiche
Inedita enthält. Solange eine kritische Edition der Recherche noch
aussteht, muss mitunter noch auf die Ausgabe Fallois des Contre
Sainte-Beuve zurückgegriffen werden, da dort einige Seiten aus den
Cahiers abgedruckt sind.
Gérard Genette:
Die Erzählung
(c) 1998 - 3. Auflage 2010 Wilhelm Fink GmbH & Co. Verlags-KG