Freitag, 1. Dezember 2017

Gotthold Ephraim Lessing: Miß Sara Sampson


"Ja, ich will Ihnen entdecken, Miß, daß Sie mich hassen werden, daß Sie mich hassen müssen. - Sie sollen den Ihnhalt nicht erfahren: nein von mir nicht! - Aber Sie werden ihn erfahren - Sie werden - "


Gotthold Ephraim Lessing: Miß Sara Sampson
Ein bürgerliches Trauerspiel in fünf Aufzügen
Berlin 1755

(2.)

Samstag, 11. November 2017

Simon Bohn: Die Ordnung des Selbst


"Die hegemoniale Vorstellung gelingender Lebensführung folgt in den westlichen Industriestaaten einem Autonomieversprechen, welches große Teile der Bevölkerung an den Rand ihrer Belastbarkeit bringt (vgl. etwa Ehrenberg 2004; Rosa 2005; Bröckling 2007: 58). Waren Eigenverantwortung, Initiative und Selbstorganisation einst positive Verheißungen einer Wiederaneignung entfremdeter Arbeit (vgl. Boltanski und Chiapello 2006), führen sie unter Verantwortungsdruck, fehlenden realen Entscheidungsmöglichkeiten und einer zwanghaften Durchrationalisierung der Lebenswelt zu paradoxen Effekten. Im Zentrum der politischen Strategie gegenwärtiger Subjektivierung steht ein Individuum, das aus dem „Begehren nach Autonomie, Selbstverwirklichung und nichtentfremdeter Arbeit“ (Bröckling 2007: 58) die in |10 dividuelle Aufgabe macht, um die eigenen Handlungsmöglichkeiten, Bedürfnisse, Ressourcen und Kompetenzen zu wissen und sich an diesem Wissen auszurichten. " (Einleitung, S. 9-10)


Simon Bohn:

Die Ordnung des Selbst.
Subjektivierung im Kontext von Krise und psychosozialer Beratung

(c) 2017 transcript Verlag, Bielefeld


Inhalt:



Danksagung    | 7    
Einleitung    | 9  

1.  Bestandsaufnahmen    | 17  
1.1 Die Situation Studierender an deutschen Hochschulen   | 17
1.2 Die Psychosoziale Beratung der Studentenwerke  | 22 

2.  Das  kulturelle  Schema  der  Selbstreflexion    | 27  
2.1 Lebenskrisen als Orientierungsphasen  | 38
2.2 Die Selbsterzählung als Selbstentwurf  | 40
2.3 Die Ordnung des Selbst  | 42 

3.  Der  methodologische  Ort  der  Arbeit    | 47  
3.1 Forschungsperspektive  | 51
3.2 Forschungsdesign  | 59 

4.  Studie  I    | 61  
4.1 Methodische Anlage der Studie I  | 61
4.2 Strategien und Ziele  psychosozialer Beratung  | 77
4.3 Prinzipien der Beratungspraxis  | 94
4.4 Das Subjekt der Beratung  | 110 

5.  Studie  II    | 119  
5.1 Methodische Anlage der Studie II  | 119
5.2 Krisenbewältigung als Subjektivierungsprozess  | 127
5.3 Fabian F.: Wege der Rechtfertigung  | 138
5.4 Juliane Z.: Sich selbst verstehen lernen  | 157
5.5 Sandra R.: Die Therapeutisierung des Selbst  | 165
5.6 Franziska S.: Die Korrektur von Erwartungen  | 174 

6.  Subjektivierung  im  Angesicht  des  Scheiterns    | 187  

Literatur    | 197    

Anhang    | 223  
Interviewleitfaden, Studie I  | 223
Erklärung der Projektleitung und Einwilligungserklärung der Interviewten, Studie I und Studie II  | 226
Aufruf zur Teilnahme an der Studie, Studie II  | 227
Informationen zur Studie über die Situation von Studierenden in arbeitsbedingten Lebenskrisen, Studie II  | 229
Interviewleitfaden, Studie II, Interview 1  | 230
Interviewleitfaden, Studie II, Interview 2  | 232
Transkriptionsnotation  | 234
Interviewsequenzen  | 235

Dienstag, 31. Oktober 2017

Adam Haslett: Union Atlantic


Die ersten drei Sätze:

"Sie lagen den zweiten Abend im Hafen von Bahrain, als drüben im Admiralstab jemand beschloss, an Bord der Vincennes hätten alle zumindest mal eine Schachtel Zigaretten verdient. Die Geste kam gut an, bis - erst in der Kantine, dann in den Automaten - der Vorrat ausging und unter den Mannschaften und Unteroffizieren rund fünfzig zu kurz Gekommene sich um die einzige Anerkennung dessen betrogen fühlten, was sie durchgemacht hatten. Einige von ihnen strichen vor dem Bordsupermarkt herum, betrunken und deutlich der Meinung, der solle gefälligst aufmachen und das Versprechen einlösen."


Adam Haslett:

Union Atlantic

Aus dem Englischen von Uda Strätling

(c) 2009 Rowohlt Reinbeck bei Hamburg

Sonntag, 15. Oktober 2017

Johann Wolfgang Goethe: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand


"GÖTZ (vom Fenster herunter antwortet einem Tromperter) : Mich ergeben! Auf Gnad und Ungnad! Mit wem redet ihr! Bin ich ein Räuber! Sag deinem Hauptmann: Vor Ihro Kaiserliche Majestät, hab ich, wie immer schuldigen Respekt. Er aber, sags ihm, er kann mich im Arsch lecken." (schmeißt das Fenster zu) (S. 84, 26-31)


Johann Wolfgang Goethe:

Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand

Ein Schauspiel

1773

Mit einem Kommentar von Wilhelm Große


3. Auflage 2013
Suhrkamp BasisBibliothek 27
 
(c) Text: Deutscher Klassiker Verlag Frankfurt am Main 1985
(c) Kommentar: Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 2001

Montag, 9. Oktober 2017

Aurelius Augustinus: Bekenntnisse


"Auch jene ehrenvoll genannten Studien zielten in ihrem Verlauf auf nichts Besseres ab, nämlich auf Auszeichnung in öffentlichen Rechtshändeln, bei denen man um so mehr bewundert wird, je mehr man trügt. So groß ist die Blindheit der Menschen, die ihrer Blindheit sich noch rühmen. Und schon glänzte ich in der Rednerschule, freute mich stolz und blähte mich in meiner Eitelkeit." (S. 72-73)

Aurelius Augustinus:
Bekenntnisse

(c) 1992, Deutscher Taschenbuch Verlag, München

Entstanden 397 - 398

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels


Der erste Absatz:

"Ein Schriftsteller vergisst nie, wann er zum ersten Mal für eine Geschichte ein paar Münzen oder Lob empfangen hat. Er vergisst nie, wann er zum ersten Mal das süße Gift der Eitelkeit im Blut gespürt und geglaubt hat, wenn er nur seine Tatenlosigkeit vor den anderen geheim halten könne, werde ihm der Traum von der Literatur ein Dach über dem Kopf, eine warme Mahlzeit am Ende des Tages und schließlich das Heißersehnte verschaffen: seinen Namen auf ein paar kläglichen Blättern gedruckt zu sehen, die ihn mit Gewissheit überleben werden. Ein Schriftsteller ist dazu verdammt, immer wieder an diesen Moment zu denken, dann wenn es so weit ist, ist er bereits verloren, und seine Seele kennt ihren Preis."






















Carlos Ruiz Zafón:

Das Spiel des Engels

Aus dem Spanischen von Peter Schwaar

(c) 2008 S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main

Sonntag, 1. Oktober 2017

Mark Haddon: Das rote Haus






Die ersten sechs Sätze:


"Kühltürme und Rieselfelder. Finstock, Charlbury, Ascott-under-Wychwood heißen die Orte. Siebzig Meilen pro Stunde, der Zug durchtrennt die Felder wie ein Reisverschluss. Neben der Flusswindung zwei pistolengraue Geraden. Aufblitzende Sonnenstrahlen auf beschlagenem Metall. Ein Haus von Dampfbetrieb, noch heute. Hogwarts und Adlestrop."








Mark Haddon:

Das rote Haus

Aus dem Englischen von Dietlind Falk

1. Auflage 2012
(c) der Übersetzung by Karl Blessing Verlag, München