Donnerstag, 21. März 2013

2013 gelesen!


124. Michael Roes: Nah Inverness
123. Jean Echenoz: Das Puzzle des Byron Caine
122. Hans-Peter Dürr (Hrsg.): Physik und Transzendenz
121. Nicolas Fargues: Die Rolle meines Lebens
120. Patrick Modiano: Im Café der verlorenen Jugend
119. José Saramago: Das Zentrum
118. John Irving: Die wilde Geschichte vom Wassertrinker
117. Ernst Jandl: lechts und rinks
116. Johannes Zeilinger: Auf brüchigem Eis
115. Mark Twain: Tom Sawyers Abenteuer
114. John Brunner: Am falschen Ende der Zeit
113. Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas
112: Marion Gräfin Dönhoff: Kindheit in Ostpreußen
111. Michael Ondaatje: Der englische Patient
110. Marguerite Duras: Der Liebhaber
109. Raoul Schrott: Gilgamesh
108. Lutherbibel erklärt
107. Evan Currie: In die Dunkelheit
106. Günter Grass: Die Blechtrommel
 105. Robert Walser: Geschwister Tanner
104. Peter L. Berger, Thomas Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit
103.  Arthur Schnitzler: Therese
102. Antoine de Saint-Exupéry
101. Franz Kafka: Der Proceß
100. Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray
99. Aldous Huxley: Das Genie und die Göttin
98. Anton Cechov: Er und sie - Frühe Erzählungen 1880 - 1885
97. Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts
96. Gert und Marlén von Kunhardt: Keine Zeit und trotzdem Fit
95.  Zahiruddin Muhammad Babur: Die Erinnerungen des ersten Großmoguls von Indien
Das Babur-nama
94. Stefan Zweig: Schachnovelle
93. Christopher Keane: Schritt für Schritt zum erfolgreichen Drehbuch
 92. Charles Dickens: Oliver Twist
91. Joseph Roth: Radetzkymarsch
90. Jürgen Habermas: Nachmetaphysisches Denken
89. Joey Goebel: Vincent
88. David Hume: Untersuchung über den menschlichen Verstand
87. Urs Widmer: Der Geliebte der Mutter
86. Aldous Huxley: Schöne neue Welt
85. Lew Tolstoi: Die Kreutzersonate
84. Christos Tsiolkas: Nur eine Ohrfeige
83. Albert Camus: Die Pest
82. Silvina Ocampo und Adolfo Bioy Casares: Der Hass der Liebenden

81. Santiago Roncagliolo: Roter April
80. Oliver Pfohlmann: Robert Musil
79. Albert Sánchez Pinol: Im Rausch der Stille
77. Phil LaMarche: American Youth
76. Jón Kalman Stefánsson: Himmel und Hölle
75. Andreas Maier: Sanssouci
74. Peter Stamm: Ungefähre Landschaft
73. C.W. Ceram: Götter Gräber und Gelehrte
72. Nakagami Kenji: Mandala der Lüste
71. Oliver Sacks: Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte
70. Uwe Schultz: Immanuel Kant
69. Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft
68. Nicolas Michel: Emilies letzte Reise
67. Eduard Habsburg: Lena in Waldersbach
66. Robert Musil: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
65. Robert A. Heinlein: Fremder in einer fremden Welt

64. Leopold von Sacher-Masoch: Venus im Pelz
63. Hiromi Kawakami: Herr Nakano und die Frauen
62. Elias Canetti: Die gerettete Zunge
61. Thomas Mann: Bekenntnisse der Hochstaplers Felux Krull
60. Elias Canetti: Die Hochzeit
59. Elfriede Jelinek: Lust
58. Uwe Neumann: Platon
57. Albert Camus: Der Fall
56. Alia Yunis: Feigen in Detroit
55. Wolfgang Herrndorf: Tschick
54. Helene M. Kastinger Riley: Hildegard von Bingen
53. Greg Bear: Äon
52. Helmuth Nürnberger: Joseph Roth
51. Gottfried Martin: Sokrates
50. Grazia Deledda: Zia Maria
49. Richard David Precht: Wer bin ich und wenn ja, wie viele?
48. Elias Canetti: Die Blendung
47. Valery Larbaud: Die Farben Roms
46. Henry Fielding: Eine Reise von dieser Welt in die nächste
45. Helmut Göbel: Elias Canetti
44. Jeffrey Eugenides: Die Selbstmord-Schwestern
43. Lily Tuck: Die Geliebte des Diktators
42. Joseph Roth:Hiob
41. Leonardo Padura: Adiós Hemingway
40. Toni Morrison: Gnade
39. Tanja Blixen: Die Rache der Engel
38. Nadine Gordimer: Niemand der mit mir geht
37. Joeseph Roth: Hotel Savoy
36. A. L. Kennedy: Das blaue Buch
35. Sibylle Berg: Der Mann schäft
34. Junot Diaz: Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao
33. Origenes: Römerbriefkommentar
32. Benedict Wells: Becks letzter Sommer
 
31. Sándor Márai: Die Nacht vor der Scheidung
30. John Burnside: Die Spur des Teufels
 29. Benjamin Lebert: Flug der Pelikane
28. Véronique Olmi: Die Promenade
27. Philip Roth: Jedermann
26. Doron Rabinovici: Andernorts
25. Matthias Politycki: Jenseitsnovelle
24. Jorgen Nordheim: Der Adjutant
23. Colm Tóibin: Porträt des Meisters in mittleren Jahren
22. Bettina Galvagni: Melancholia
21. Mikael Engström: Ihr kriegt mich nicht!
20. George Santayana: Der letzte Puritaner
19. Marcus Braun: Armor
18. Jhumpa Lahiri: Einmal im Leben
17. Robert Seethaler: Jetzt wirds Ernst
  16. Agnellus von Ravenna: Liber Pontificalis - Bischofsbuch II
15.Ash Erdogan: Die stadt mit der roten Pelerine
14. Stephan Wackwitz: Ein unsichtbares Land
13. Erving Goffman: Wir spielen alle Theater
12. Joey Goebel: Heartland
11. Notker Wolf: Worauf warten wir?
10. Norbert Gstrein: Die Winter im Süden
9. Albert Camus: Der erste Mensch
8. Marlene Streeruwitz: Kreuzungen
7. Eduard Stucken: Die weissen Götter Band 2
Detlev Jasper: Das Papstwahldekret von 1059
5. Giuseppe Ferrandino: Preicle der Schwarze
4. Rawi Hage: Als ob es kein Morgen gäbe
3. Wilfried N'Sondé: Das Herz der Leopardenkinder
2.Laura Alcoba: Das Kaninchenhaus
 1. Nadine Gordimer: Schreiben und Sein

Mittwoch, 13. März 2013

Nadine Gordimer: Schreiben und Sein


Eigentlich hatte ich mir das erste Mal mit Nadine Gordimer anders vorgestellt: Einen dicken, fetten Roman, der mir klar machen sollte, warum diese weiße Frau aus Südafrika1991 den Nobelpreis für Literatur verliehen bekam. 

Dicke, fette, neue, gebundene Bücher kann ich mir aber nur selten leisten und es brauchte dann doch einiges an Verhandlungsgeschick, meinem Lieblingsbuchhändler, einem halbblinden Araber, der seit 30 Jahren  in Dortmund eine Buchhandlung hat, ein Bändchen mit Essays von ihr, aus dem Jahre 1996 abzuschwatzen.  Heute glaube ich, dieser Punkt hätte Nadine Gordimer gefallen.

„Schreiben und Sein“ sind Essays und beginnt mit ihrer Nobelpreisrede.  Eine Dankesrede halt und ein Pamphlet zur Freiheit und zur Wahrheit. Die dann folgenden Essays führen zu Gordimers Gedanken zur Wahrheit und zur Wahrheitssuche und dem Selbstverständnis eines Schriftstellers oder einer Schriftstellerin und natürlich rechnet sie am Rande mit der Literaturkritik ab.

Wie sehr Gordimer, die eindeutig als Leserein zur Literatur kam, eingebunden ist  das Denken und Fühlen geprägt durch die Literatur, wird durch ihr Schwärmen für die großen Gegenwartsdichter des letzten Jahrhunderts deutlich: Joseph Roth, Adams Rippe, Nagib Machfus, Chinua Achebe, Amos Oz, die sie als herausragende Wahrheitssucher darstellt und über die sie in den Essays erzählt. Ebenso begeistert nennt sie noch weitere Klassiker der Weltliteratur, die ihr Denken, Fühlen und Handeln beeinflußt haben.

„Ich suchte meine Schreibversuche durch das zu verbessern, was ich selbst beim Lesen lernte. Denn meine Schule war die städtische Leihbücherei. Proust, Tschechow und Dostojewski, um nur einige wenige zu nennen, denen ich meine Existenz als Schriftstellerin schulde, waren meine Lehrer. In dieser Phase meines Lebens war ich in der Tat ein Lebender Beweis der Theorie, daß Bücher aus anderen Büchern gemacht werden...“ (Gordimer, Seite 13)

„Schreiben und Sein“ ist eine Liebeserklärung an die Literatur und gleichzeitig ein persönliches Bekenntnis.  So denkt und fühlt also Nadine Gordimer!

Ich frage mich nun allerdings, ob die großen Schriftsteller und Schriftstellerinnen tatsächlich die großen Wahrheitssucher sind und haben sie wirklich die Weisheit mit Löffeln gefressen. Nadine Gordimer lese ich auf jeden Fall weiter und diesmal wird es ein Roman von ihr sein. Der liegt schon auf Halde, im Regal.  Und ebenso werde ich auch wieder die Autoren lesen, an die Gordimer so eindrucksvoll in ihren Essays erinnert hat.

  

Nadine Gordimer: Schreiben und Sein

Aus dem Englischen von Friederike Kuhn
© 1996 Berlin Verlag
Umschlaggestaltung: Nina Rothfos und Patrick Gabler, Hamburg
unter Verwendung einer Photographie von Isolde Ohlbaum
© Isolde Ohlbaum