Mittwoch, 16. Januar 2013

2012 gelesen


 85. Ben Macintyre: Der Mann, der König war

84. Michael Cobley: Die ahnen der Sterne

83. Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrigblieb

82. Milena Agus: Die Frau im Mond

81.  Zülfü Livaneli: Glückseligkeit
 
80. Eduardo Mendoza: Katzenkrieg

79. Magnus Mills: Zum König

78. Michael Frayn: Gegen Ende des Morgens

77. Basilius von Cäsarea: Über den Heiligen Geist

76. Ron Leshem: Wenn es ein Paradies gibt

75. Volker Kutscher: Die Akte Vaterland

74. James Joyce: Ein Porträt des Künstlers als junger Mann
73. Thomas Hürlimann: Das Gartenhaus

72. Philip Roth: Empörung

71. J. M. Coetzee: Sommer des Lebens

70.  Urs Augsrburger: Als der Regen kam

69. Lars Saabye Christensen: Die blaue Kuppel der Erinnerung

68. Horst Wolfram Geißler: Odysseus und die Frauen

67. Ella Griffin: An und für Dich

66. Miller & Stentz: Der beste Tag meines Lebens

65. Benjamin Lebert: Im Winter dein Herz

64. Amélie Nothomb: Realtity-Show

63. Rudyard Kipling: Das Dschungelbuch

62. Michael Frayn: Willkommen auf Skios

61. Martin Suter: Allmen und der rosa Diamant

60. Senta Berger: Ich habe ja gewußt, daß ich fliegen kann

59. Boris Saidman´: Hemingway und die toten Vögel

58. Alain Claude Sulzer: Aus den Fugen

57. Jean Echenoz: Ravel

56. Ulrike Herwig: Mein Gott, Wanda

55. Uzodinma Iweala: Du sollst Bestie sein!

54. Francis Scott Fitzgerald: Der große Gatsby

53. Gwendoline Riley: Joshua Spassky

52. Fabio Stassi: Die letzte Partie

51. Yoram Kaniuk: Die Vermisste

50. Robert Haasnoot: Der Erinnerer

49. Véronique Olmi: In diesem Sommer

48. David Zindell: Neverness
  
47. Ute Scheub: Das falsche Leben

46. Gertrud Höhler: Jenseits der Gier

45. Benedict Wells: Spinner
44. Günter de Bryun: Die Finkensteins

43. Michael Ondaatje: Die gesammelten Werke von Billy The Kid

42. Marguerite Duras: Im Park

41. Grazia Deledda: La madre

 40. John Irving: Garp und wie er die Welt sah
39. Colin Greenland: Begegnungen auf dem Möbiusband

 38. Max Frisch: Mein Name sei Gantenbein

 37. Origenes: Homilien zum Lukasevangelium

36. Rabindranath Tagore: Gora

35. Isaac Asimov: Die Stahlhöhlen

34. Vadim Glowna: Der Geschichtenerzähler

33. Arnon Grünberg: Mit Haut und Haaren

32. David Lindley: Die Unbestimmbarkeit der Welt

31. Leander Sukov: Homo Clausus

30. Khalil Gibran: Der Prophet - Der Wanderer

 29. Jean Améry: Die Schiffbrüchigen

28. Michael Cobley: Waisen des Alls

27. Carl Amery: Briefe an den Reichtum

26. Eduardo Mendoza: Eine leichte Komödie

25. John Steinbeck: Stürmische Ernte

24. Clemens von Rom: Epistola ad Corinthios - Brief an die Korinther

23. Heinrich Mann: Die kleine Stadt

22. Harper Lee: Wer die Nachtigall stört ...

21. Umberto Eco: Baudolino

20. Frank Herbert: Die Ordensburg des Wüstenplaneten

19. Egeria: Itinerarium   Reisebericht

18. Carlos Fuentes: Chac Mool

17. Oden Salomos

 16. Eduardo Mendoza: Das Jahr der Sintflut

15. Leander Sukov: Warten auf Ahab

14. Stephan Hawking: Das Universum in der Nußschale

13. John Steinbeck: Die Reise mit Charley

12. Juri Tynjanow: Wilhelm Küchelbecker

11. Jeffrey Eugenides: Middlesex

10. Johannes Chrysostomus: Taufkatechesen II

9. Frank Goosen: Sommerfest

8.Terry Carr: Cirque

7. Simon Singh: Fermats letzter Satz

1. Samuel Pepys: Der erotiscvhe Pepys

2. Johannes Chrysostomus: Taufkatechesen I



3. Fridjof Capra: Wendezeit, Der Film

4. Johann Wolfgang Goethe: Die Leiden des jungen Werthers

5. Su Zahu: Wellenkuß

6. Euardo Mendoza: Die unerhörte Insel

 


Montag, 14. Januar 2013

Marlene Streeruwitz: Kreuzungen


Böse, böse kleine geile Fabel! Wieso aber dieser Hinweis auf Nicolas Sarkozy und 2007? Ist der so reich, daß er ernsthaft überlegen könnte, Venedig zu kaufen, wie Max, der Erzähler in diesem Roman? Oder war das vielleicht gar keine ernsthafte Überlegung, den Touristen dann ein blaues Bändchen zu verpassen, besser noch, sie zu Brandmarken? Dann allerdings, stellt sich für mich die Frage, ob die Autorin hinterlistig und gemein und überaus klug ist?  Abgründe, Abgründe, Abgründe! Über die Autorin könnte ich nur das sagen, wozu sich einige begeisterte Kritiker bereits über Form und Stil haben hinreißen lassen, was ich aber nicht so genau recherchiert habe. Kreuzungen ist das erste Buch, welches ich von Marlene Streeruwitz gelesen habe. Und das war am Anfang genauso schwer, wie mir ihren Namen zu merken; ihn auszusprechen.  Einige rudimentäre Sätze machten den Einstieg nicht leicht und es dauerte etwas, bis ich die Melodik und den Takt erfaßte, um dann mitgerissen zu werden und das Lesen rauschhaft wurde.  Es kann sein, daß diese Form ein Markenzeichen von Marlene ist oder sein soll und vordergründig manieriert wirkt; was es aber letztlich nicht ist, wie ich hoffe.  Eine Eigenart nenne ich es eher, auf die man sich einlassen kann und sollte.

Perversion ist immer so eine Sache. Macht und Reichtum sind auch schon pervers genannt worden.  Max, ein reicher Mann, der sich aber nicht für reich genug hält, hat nun so seine sexuellen Gepflogenheiten, mit denen dieser Roman anfängt und der Leser von da an, in seinen Gedankenfluß gerät über seine Ehefrau, seine Kinder, was er will, was er nicht will, die Trennung, die Scheidung, die neue Suche nach der passenden Frau, den richtigen Ort, das richtige Leben, einem neuen perfekten Gebiß, so wie er es sind denkt.  Übrigens, Max hat 900 Millionen am Ende des Romans und nach der Scheidung, die billiger war, als er befürchtet hatte, weil seine Frau ihn weniger kannte als er dachte. Und der Anwalt seiner Frau, der sie auf der Schreibtischkante gefickt hatte, war auch nicht klug genug, mehr raus zu holen.  Sie wissen sicher alle wie so eine Schreibtischkante, auf der man ficken kann, auszusehen hat. Hier hat die Streeruwitz nicht das Bild bemüht, daß jeder von einem Bürofotokopierer im Kopf hat.  Es gibt noch eine Vielzahl von abenteuerlichen Bildern in diesem Roman. Ich sagte schon: Abgründe, Abgründe, Abgründe! Die Hinterlist nun, die ich dahinter vermute ist, daß es eher um Macht geht, um allgemeines Verhalten, Zwischenmenschliches, Alltägliches und die eigentliche Zielgruppe der Normalo ist, mit einem überschaubaren Bankkonto und vielleicht noch die etwas gebildeteren und anspruchsvolleren Leser. Klein Erna wird wohl schwerlich Gefallen haben an dem hier beschriebenen Leben der Reichen und Mächtigen und die Reichen und Mächtigen ebensowenig, wenn ihnen ein Stück Kot auf einem Silberteller präsentiert wird.

„Das war ja das Geheimnis der Räuber. Sich aus einer brutalen Geste einen Wert verschaffen. Wenn ein Künstler diese Geste aufgab, dann gab es keine Zeugung mehr. Dann gab es wirklich keine Alchemie, und Scheiße wurde nicht zu Gold. Dann machte dieser Mann nur sein Handwerk. Dann ging es von oben nach unten. Vom Wert zum Unwert.“ (Zitat Seite 249)

Was Marlene Streeruwitz, ha, ich konnte es jetzt ohne den Namen überprüfen zu müssen schreiben, hier in diesem Roman abgelassen hat ist klug, tiefgründig und in gewisser Weise sicher auch hinterhältig. Das gehört zum Schriftstellern dazu. So ganz und gar ausgegoren aber scheint es mir dennoch nicht zu sein, was aber eventuell auch etwas gewolltest ist, nämlich, dem Leser Platz zu lassen. Ich werde noch mal etwas von ihr lesen.


Marlene Streeruwitz: Kreuzungen

© 2008 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

Montag, 7. Januar 2013

Dortmund liest....

 S-Bahn Station Dortmund-Dorszfeld Richtung Unna
 S-Bahn Stastion Dortmund-West Richtung Lütgendortmund
S-Bahn Station Dortmund Dorstfeld Richtung Duisburg

Freitag, 4. Januar 2013

Laura Alcoba: Das Kaninchenhaus


Es gibt Bücher, für die ich zuweilen ein Wort finde.  Für Laura Acobas Roman „Das Kaninchenhaus“, 2010 im Insel Verlag erschienen, habe ich auch ein Wort: Dürftig! 

Nun habe ich keine Ahnung von Argentinien, der Militärherrschaft, dem Widerstand. An Madonna erinnere ich mich. Die hat aber nur Evita gespielt und gesungen. Wer Isabel Peron dann genau war, weiß ich auch nicht so recht. Also mein Hintergrund ist ebenfalls dürftig zu nennen und so mag es vielleicht nicht verwundern, daß ich dachte, es könnte interessant sein, diesen Roman über diese Zeit zu lesen.  Die Ausbeute in dieser Hinsicht ist aber „dürftig“.  Wenn ich es aus diesem Roman richtig behalten habe, war Isabel Peron irgendwie durchgeknallt und litt darunter nicht Madonna, ich meine, nicht so wie Evita gewesen zu sein und war schwach und dann gab es drei Militärs,  drei Generale, die irgendwann putschten. Und dann wurden viele, viele Menschen verhaftet und getötet, wie es zwar zwei oder drei mal so erwähnt wird, was mir recht dürftig scheint.

 Jedenfalls waren die Eltern dieses sieben Jahre alten Mädchens im Widerstand. Der Vater im Gefängnis, die Mutter dann irgendwo untergetaucht in einem Haus, in dessen Hof  in einem Nebengebäude eine geheime Druckerei errichtet wurde und zur Tarnung züchtete man dort Kaninchen. Die Icherzählerin, also das sieben Jahre alte Mädchen, pendelte zwischen den Großeltern und der Mutter hin und her. Man erfährt schon einiges über  diese Icherzählerin, aber bei mir war das Gefühl von dürftig allgegenwärtig, wenn ich über diese Figur nachdenke.  Vater, Mutter, die Großeltern und die übrigen Protagonisten.... tja, irgendwie auch dürftig.

Nun hat dieser Roman gerade mal 118 Seiten, was vielleicht der Grund dafür wäre, warum mein Gefühl der Dürftigkeit vorherrschend ist.  Ich erinnere in diesem Zusammenhang mal an Kressmann Taylors „Adressat unbekannt“ mit nur 61 Seiten, die zum Teil nur halb bedruckt sind, aber von einer ungeheuren Dichte sind und unter meine Haut gingen, vieles über die Personen und die politischen Verhältnisse aussagten und über menschliches, bzw. unmenschliches Verhalten.  Also die Zahl der Seiten ist kein Maß für  die Rezeption.

„Ich habe das Gefühl, sie hat mich nicht richtig verstanden. Das mit dem roten Dach war so dahingesagt. Es hätte auch grün sein können. Warum es mir ging, war das Leben darin. Eltern, die abends zum Essen nach Hause kommen. Eltern, die sonntags Kuchen backen, nach Rezepten aus dicken Kochbüchern mit vielen Fotos auf Hochglanzpapier. Eine hübsche Mama mit langen, lackierten Fingernägeln und hochhackigen Schuhen. Oder mit braunen Stiefeln und farblich abgestimmter Handtasche. Oder ohne Stiefel, dafür aber in einem blauen Mantel mit Rundkragen. Grau konnte er auch sein. Letztlich ging es nicht um die Farbe, weder beim Dach noch bei den Stiefeln, noch beim Mantel. Ich frage mich, wie wir so aneinander vorbeireden konnten oder ob sie nur vorgab zu denken, bei meinem Traum drehe es sich einzig um einen Garten und etwas Rotes.“ (Zitat Seite 11)

Während ich diese im Buch markierte Textstelle herunterschreibe, frage ich wieder einmal, ob dieser „Roman“ wirklich ein Roman ist, es sich  dabei tatsächlich um einen „literarisch zu wertenden“ Text handelt. Tue ich das, taucht wieder „dürftig“ in mir auf.  Betrachte ich die Eckdaten der Autorin, drängt sich mir zusätzlich der Schluß auf, hier wird selbst erlebtes und erfahrenes verarbeitet, was in der Literatur ja oft vorkommt, allerdings selten so dürftig, wie es mir in diesem Fall erscheint.



Laura Alcoba: Das Kaninchenhaus

Aus dem Französischen von Angelica Ammar
© der deutschen Ausgabe Insel Verlag Berlin 2010
Umschlaggestaltung; Hermann Michels und Regina Göllner
Umschlagfoto: Silvia Alcoba




Donnerstag, 27. Dezember 2012

Thomas Wolfe: Die Party bei den Jacks


Die Party bei den Jacks war genauso, wie ich es erwartet hatte: Tolles Ambiente, außergewöhnlich gutes und vieles Essen, Getränke im Überfluß und es war alles an Leuten da, was Rang und Namen hatte.  Das überraschende Ende allerdings, hätte ich beinahe verpaßt, denn solche Partys und Gesellschaften kenne ich zu genüge und meistens langweilen sie mich. Gelegentlich ödet es sogar an.  Und ich vermute mal, Thomas Wolfe hat es auch gelegentlich angeödet, denn sonst hätte er nicht so geschrieben, wie er geschrieben hat.

Was mich veranlaßte, dieses Buch zu lesen, war zum Einen der  noch immer recht wohlklingende Name des Manesse Verlages und zum Anderen die Lobeshymnen, die der Klappentext über diesen Roman und Autor sang.  Natürlich war es nicht so, daß ich meine Zeit damit vergeudet hätte, aber ganz so, wie Klappentext und die zitierten Literaturkritiker es verkündeten, war es für mich dann doch nicht. Andererseits gebe ich zu, daß ich mich schon überwiegend amüsiert habe.

Thomas Wolfe hat viel geschrieben und unglaublich viel hat er nachgelassen. Wenn ich das richtig erinnere, hat er allerdings nur einen einzigen Roman zu Lebzeiten selbst veröffentlicht, der ihn dann berühmt gemacht hat. Über The Party at Jack’s hat er selbst an seine Agentin geschrieben: „Es ist noch eine große Menge zu überarbeiten, aber ich denke, es läßt sich schon absehen, was daraus werden könnte, wenn es einmal fertig ist.“ Genau das ist es: noch nicht fertig! Und er starb, bevor er diesen Roman fertiggestellt hat.  Im Klappentext und bei den Literaturkritikern hört sich das aber anders an und der Anschein entsteht, das nachgelassene  Manuskript und jetzt erstmalig auf Deutsch veröffentlichte Werk, sei so gut wie fertig. Pustekuchen! Es sind zum Teil schmerzhafte Redundanzen drin, die im Nachwort des Buches als Stilmittel verkauft werden. Es gibt Schnitte, die bei mir als Leser Fragen offen lassen.  Ja, es wäre noch viel Arbeit notwendig gewesen. Ein Fragment zu lesen um in die Denke und Arbeit eines Schriftstellers einzusteigen und diese nachvollziehen zu können hat aber auch einen gewissen Reiz. Allerdings war  Thomas Wolfe keineswegs „der überragende Autor seiner Generation“, wie William Faulkner im Klappentext zitiert wird.  Im Nachwort klingt es dann auch schon etwas anders, wenn dort William Faulkner zitiert wird: „Er mag von uns allen am meisten Talent gehabt haben, er hätte der größte amerikanische Schriftsteller gewesen sein können, wenn er bloß länger gelebt hätte....“

Zunächst geht es in die Schulzeit von Frederik Jack, im kaiserlichen Deutschland, in einem wildromantischen Städtchen, so was  wie Lindau oder Rothenburg o.T. kam mir da in den Sinn. Dann kehrt er dort hin zurück, mit 54 Jahren, die Taschen voller Geld und ist versucht, denen eine Nase zu zeigen, die ihn früher gehänselt, verhöhnt und verprügelt haben. Solche Träume kennt man ja.  Er trifft seine Familie und Verwandten wieder, die in ihm immer noch den kleinen Jungen sehen.  Auf der nächsten Seite steht er dann in seinem pompösen und geräumigem Badezimmer. Ganz klar, der Mann liebt geräumige Räume, überdimensionierte Räume. Die tauchen immer wieder auf. Würden mir auch gefallen.  Frederick Jack verliert sich an dem Tag der Party in Betrachtungen über sein Leben, über sein Alter, über die Juden, über die Deutschen, über die Politik, über die Wirtschaft, über, über, über.....  Dann taucht Esther auf und die verliert sich mehrmals in  Betrachtungen über ihre Hände. Esther ist seine Frau.  Also die mit diesen Händen.  Aber es ist nicht so, als würde Esther nur über ihre Hände nachdenken und diese betrachten, auch wenn sie es mehrmals  tut.  Quasi über ihre Hände hinweg, die sie ja immer wieder betrachtet, blickt sie ihr Personal an. Nicht nur das es stinkt, nein, es klaut. Alle Angestellten klauen. Das amüsiert übrigens Frederick.  Ach ja, was vielleicht noch wichtig wäre, jetzt handelt der „Roman“, der in meinen Augen nur ein Fragment ist, zwei Jahre vor dem großen Börsenzusammenbruch, Ende der 1920er Jahre.

In Fahrt kommt das Ganze natürlich schon, so wie es sich gehört. Nicht das es hektisch würde oder so; man hat Übung mit solchen Partys, die zu den glanzvollsten New Yorks gehören.  Und glanzvoll und furios wird es natürlich wenn die illustren Gäste eintreffen, auch wenn man gelegentlich noch Zeit hat, seine Hände zu betrachten. (Aber lassen wir jetzt mal die Redundanzen weg). Es wird jetzt genauso so, wie man sich das eben vorstellt in den ganzvollen 1920er Jahren, wenn die Upper Class  in New York in überdimensionierten Räumen eine glamouröse Party feiert. Und wer dann alles unter den Gästen ist! Selbst der Liebhaber von Mrs Jack ist da.... und das Ende möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Ich sagte schon, es war keine verlorene Zeit, dieses Buch zu lesen. Und sicher werde ich irgendwann mal das Buch von Thomas Wolfe lesen, welches er selbst noch veröffentlich hat und seinen Ruhm begründete. Empfehlen? Ich kenne nur ein einen Menschen, dem ich es empfehlen könnte, der ist Professor für Amerikanistik an einer Uni, wobei ich sicher bin, daß der es schon gelesen hat, alleine von „Berufswegen“.  Alle anderen müssen selbst entscheiden, ob sie Interesse haben, Mäuschen zu sein, in den zwanziger Jahren in New York, auf einer Party bei den Jacks.


Thomas Wolfe: Die Party bei den Jacks

Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Susanne Höbel
Nachwort von Kurt Darsow
© 2011 für die deutsche Ausgabe by Manesse Verlag, Zürich
in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München

Montag, 17. Dezember 2012

An Filidor


Hab Gold und Güter viel, wie Sand am Meere,
Sei eines Königs Liebling auch,
Ein Mädchen liebe dich, gefüllt sei dein Bauch
Mit Götterkost und sättige dich mit Ehre,
Die halbe Erde sei bedürftig deines Lichts -
Du lebest doch mit all dem vergebens,
Denn hast du nicht Philosophie des Lebens,
So hast du nichts.

Novalis