Sonntag, 2. Dezember 2012

ZEIT: LITERATUR Bücher zu Weihnachten


Einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul.  Sechs Wochen lang durfte ich Die Zeit umsonst lesen; was ich ja dann auch tat. Ein paar Dinge sind mir aufgefallen, die mich immer noch irritieren und beschäftigen. Ins Auge stach mir nun die viermal im Jahr erscheinende Literaturbeilage: Zeit Literatur, gerade jetzt mit dem Übertitel: Bücher zu Weihnachten.

Sechsundfünfzig Seiten, die ich nach dem ersten Durchblättern gleich ins Altpapier werfen wollte. Sollte das alles gewesen sein? Ist das wirklich alles was die Zeit zu bieten hat und dann noch zu Weihnachten? Ich habe diese Beilage dann doch nicht in den Müll geworfen und meine innere Unruhe wuchs weiter, denn eigentlich kann es das doch nicht gewesen sein. So wenig!

Jetzt habe ich mal genau gezählt: Insgesamt werden in Anzeigen 38 einzelne Titel und 3 einzelne Titel als E-Book beworben. Also schon mal 41 Titel die erwähnt werden. Im redaktionellen Teil werden dann 24 einzelne Titel und ein Hörbuch vorgestellt, also 25. Wenn ich mich also nicht verzählt habe, dann sind es insgesamt 66 Titel.

Redaktionell allerdings werden nur 25 Titel erwähnt und besprochen. 10 Titel in der Rubrik Belletristik;  5 Titel als sogenanntest politisches Buch und 10 Titel als Sachbuch.

Wahrscheinlich habe ich ja nur Pech gehabt, daß ich mit der erfolgreichsten lebenden Theaterautorin, auf vier Seiten, nichts anzufangen weiß und noch nie von ihr gehört habe, genausowenig wie von Philippe Pozzo di Borgo, auf sechs Seiten,  was es mir aber leicht macht, zehn Seiten zu überspringen.  Bei den vier Seiten der Japanerin zögerte ich ein wenig.  Virginia Woolf, Nadine Gordimer, Mark Twain, Michail Bulgakow dafür, habe ich fest auf meinem Schirm; immerhin.

Ist da nun wirklich nicht ein einziges Buch darunter, welches ich mir zu Weihnachten schenken könnte? Und was ist mit meinem Gefühl, nachdem ich mir diese Literaturbeilage doch noch genauer angesehen habe,  daß mir das alles so wenig und langweilig erscheint? So erschreckend wenig?

Doch! Eines habe ich gefunden: Vladimir Jankélévitch: Die Ironie werde ich mir schenken.